Ich habe gerade ein Nickerchen gemacht und bin jetzt geistig fit – genau richtig, um mit den Autofreunden mal über ein interessantes Auto zu plaudern.

In den letzten zwei Tagen reden im Autokreis doch alle über das neue Modell AIVA ME7, das Seres gerade vorgestellt hat.

Die erste Reaktion vieler Leute war fast einhellig: Man dachte, wieder ein neues Familienmitglied der AITO-Familie oder schon wieder ein „irgendein Jie“, das Huaweis HarmonyOS Intelligent Driving auf die Beine gestellt hat.

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Doch als man dann die Daten nachgeschaut hat, sind vielen alten Hasen in der Branche fast die Augen herausgefallen!

Setzt man sich in den Innenraum dieses Autos, hat es sich an ByteDance rangehängt und nutzt die Volcano Engine und das Doubao-Großmodell.

Und schaut man dann aufs Dach: Obwohl es einen Lidar trägt, heißt es, dass das Fahrassistenzsystem keineswegs Huaweis Qiankun verwendet, sondern stattdessen Momenta ins Boot geholt hat!

Ehrlich gesagt, das ist doch sehr bemerkenswert.

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Ihr dürft das wirklich nicht unterschätzen – was war in den vergangenen zwei Jahren das härteste Label von Seres?

Muss man das noch fragen? Ganz klar: „Huawei-Anteil bis zum Anschlag“!

Schaut euch an, wie verrückt sich AITO verkauft – das wissen wir alle.

Doch jetzt hat man eigenständig die Marke AIVA aus dem Boden gestampft, und beim Debüt des ersten Autos hat man ausgerechnet bei den beiden wichtigsten Trumpfkarten der Intelligentisierung – Cockpit und intelligentes Fahren – Huawei umgangen.

Genau deshalb werden im Netz sicherlich einige auf die Barrikaden gehen und sagen, Seres habe jetzt Flügel bekommen und wolle alleine fliegen, wolle den Weg der Ent-Huaweisierung gehen, und manche werden sogar die alte „Seele“-Debatte von SAIC von damals bemühen.

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Ich persönlich finde aber, man sollte hier nicht vorschnell urteilen – Geschäftsleute, na ja, so schwarz-weiße Lagerkonfrontationen gibt es da nicht.

AITO verdient sich dumm und dämlich, meinetwegen, aber Seres ist nun mal ein Autohersteller, und man kann nicht alle Eier in einen Korb legen. Mit ByteDances Volcano Engine das Großmodell ausprobieren, Momenta für das End-to-End-Fahrassistenzsystem heranziehen und einander eingrooven – im Klartext: man trifft Vorkehrungen in zwei Richtungen.

Aber die Frage ist: Ohne Huaweis „goldenes Gewand“ – werden die Verbraucher das akzeptieren?

Ich lasse erst mal die Gerüchte im Netz beiseite und schaue mir das Auto selbst an.

Apropos: Die Basis des ME7 – die Daten, die man angegeben hat, sind ziemlich beeindruckend.

Die Gesamtlänge beträgt 4999 mm, die Breite 1999 mm, und der Radstand wurde direkt auf 3050 mm gestreckt.

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Autofreunde, das ist eine standardmäßige Länge von fast 5 Metern und zwei Metern Breite!

Optisch geht es in Richtung Coupé-SUV: großer Fastback, ansteigende Gürtellinie, breite Heckpartie, dazu ein recht großer großer Spoiler plus hochgezogenes Entenschwänzchen, sogar auf der Motorhaube hat man sportwagenmäßige Luftkanäle und Muskelkonturen untergebracht, die Frontscheinwerfer können sogar Lichtspiele, und die Felgen gehen direkt bis 20 und 21 Zoll.

Rein von der Karosserie her sind Sportlichkeit und Aggressivität tatsächlich voll ausgereizt – die Ausstrahlung steht einem Porsche Macan in nichts nach.

Auch beim Antrieb gibt es keine Abstriche: durchgehend rein elektrisch, und die Angaben aus der MIIT-Typzulassung sind eindeutig – die Single-Motor-Version leistet maximal 270 kW, die Dual-Motor-Version vorne 150 kW und hinten 270 kW, Gesamtleistung 420 kW, dazu gibt es brav einen ternären Lithium-Akku.

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Allein schon angesichts dieser Papierdaten von 270 kW beim Single-Motor ist der Sprint von 0 auf 100 mindestens im 5-Sekunden-Bereich, wenn nicht schneller – tritt an der Ampel einmal aufs Gas, und der Schub ist garantiert reichlich vorhanden.

Aber andererseits: Wenn dieses Auto wirklich in den Markt über 200.000 Yuan eindringen will, mache ich mir ein bisschen Sorgen.

Warum?

Weil rein elektrisch + Coupé-SUV schon immer das allgemein anerkannte Schlachtfeld der Branche war, wo alle loben, aber keiner kauft.

Von außen sieht es schick aus, aber der Innenraum leidet oft unter dem Fastback – die meisten, die tatsächlich Geld für ein Familienauto ausgeben, entscheiden sich am Ende doch für einen kantigen großen Fünf- oder Sechssitzer-SUV.

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Und dann schauen wir mal, welche Gegner da ringsum lauern.


Unten lauern XPeng G6 und Onvo L60 als Torwächter.

Auf Augenhöhe sitzt Tesla Model Y seit Jahren fest auf dem Verkaufsthron, und Zeekr 7X sowie Avatr 07 stehen auch noch da.

Weiter oben – sogar der eigene „Bruder aus demselben Haus“, der Luxeed R7, isst dort noch kräftig mit!

Womit verkauft sich der Luxeed R7 so wahnsinnig gut?

Doch wohl mit HarmonyOS-Cockpit, Huaweis Qiankun-Fahrassistenz ADS und dem Traffic-Segen von „Yu das Großmaul“.

Im Gegensatz dazu hat der AIVA ME7 zwar mehr Länge und einen Radstand von 3050 mm, aber seine Karten heißen jetzt „Doubao-Großmodell + Momenta“.

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Um es klar zu sagen: Das Doubao-Großmodell ist auf Smartphone und Computer tatsächlich klug, bei Text-zu-Text und Intentionsverständnis sehr flüssig – aber schafft es, wenn man es ins Auto verpflanzt, die Steuerungslogik für Klimaanlage, Sitze und Navigation so geschmeidig und ohne Aussetzer abzustimmen?

Da muss ich ein dickes Fragezeichen setzen.

Momenta ist beim End-to-End-Fahrassistenzsystem in den letzten zwei Jahren tatsächlich schnell in der Branche aufgefallen, aber erkennen normale Leute, die ein Auto für über 200.000 Yuan kaufen, Momenta an?

Kann der Verkäufer im Ausstellungsraum in drei Sätzen dieses Nicht-Huawei-Fahrassistenzsystem so anpreisen, dass der Kunde fröhlich die Karte zückt?

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Das ist die schwierigste Hürde, die Seres überspringen muss.

Meiner Meinung nach gibt es für Seres, wenn es die Marke AIVA wirklich hochziehen will, nur einen bodenständigen Ratschlag: nicht zieren, beim Preis einfach den Tisch umwerfen.

Wenn man sich traut, den Einstiegspreis auf knapp über 200.000 Yuan zu setzen und dabei den großen Raum mit 3050 mm Radstand, serienmäßigen Lidar mit hoher Rechenleistung und den starken 270-kW-Motor allesamt voll draufzupacken – also die Linie „eine Nummer größer, vollgepackt, Preis-Leistungs-Knaller“ – dann hat es noch Chancen.

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Wenn man sich aber zu fein ist und unbedingt die Preiszone von 250.000 oder gar 300.000 Yuan anpeilt, dann wird der Verbraucher ohne Huaweis Heiligenschein kein bisschen Nachsicht zeigen.

Das Auto ist wirklich vorgestellt, die Karten sind auf den Tisch gelegt.

Ist es nun Seres' zweite Wachstumskurve oder ein Testballon nach der Abnabelung von Huawei?

Ich finde, man sollte erst mal keine Bewertung abgeben – wartet man den Tag des Marktstarts ab, an dem der Preis bekannt gegeben wird, kommen die Antworten von ganz allein.