Der Geely Galaxy Starshine 6 hat eine ziemlich klare Positionierung: Er will in die vorderen Ränge des Mainstream-Limousinenmarkts zwischen 60.000 und 100.000 Yuan vorstoßen. Tatsächlich war Geely lange Zeit nicht in den Top fünf vertreten. Der zeitlich begrenzte Preis von 68.800 bis 99.800 Yuan könnte den Qin PLUS aufhorchen lassen.

Designmäßig wirkt dieses Auto etwas „nach Mercedes“ – auf Marktebene wird es dazu durchaus Kontroversen geben, die gesamte Designsprache hat sogar einen leicht nostalgischen Beigeschmack, sehr ähnlich der Handschrift traditioneller Luxusmarken.

Bei den Abmessungen ist er mit dem Xingrui vergleichbar: etwas kürzer in der Länge, etwas kürzer im Radstand, aber breiter und höher, sodass er in der Präsenz keineswegs unterlegen ist. Die traditionellen Türgriffe an der Seite sind positiv hervorzuheben, was natürlich auch eine Kostenfrage ist.

Die Kernkompetenz liegt im Antriebsstrang: Der Thor AI Hybrid 2.0 zeigt sowohl technisch als auch bei der Effizienz starke Leistungen und ist ein ernstzunehmender Gegner des DM5.0. Der 1,5-Liter-Motor erreicht einen thermischen Wirkungsgrad von 47,26 % und dürfte damit derzeit Maßstäbe setzen.

Die Abstimmung ist jedoch deutlich auf Komfort ausgelegt: Die Leistungsentfaltung erfolgt gemächlich, aber sehr linear, das Fahrgefühl ähnelt stark dem eines Verbrenners. Selbst im Performance-Modus reagiert die Leistung nur etwas spontaner, ohne deutliche Verbesserung. Doch die komfortable Abstimmung ist an sich kein Problem, schließlich ist das Fahrzeug auf den Familiengebrauch ausgerichtet.

Auch das Fahrverhalten ist klar auf Komfort abgestimmt: Die Lenkung ist relativ leichtgängig und nicht besonders präzise, das Fahrwerk filtert Unebenheiten sehr gründlich, die Wankneigung ist moderat, aber noch stützend, und die Spurtreue ist ebenfalls nicht besonders scharf.

Beim Akku: Die 60-km-Version ist mit einem Akku von CALB ausgestattet, die 125-km-Version mit einem von Rept Battero. Welcher besser ist, muss man nicht überbewerten. Die kombinierte Reichweite beträgt maximal 1700 km – eine gute Leistung.

Die Topausstattung bietet das Qianli Haohan H3 Fahrassistenzsystem mit einem Horizon J6M Fahrassistenzchip, das städtisches Navigationsassistenz und Autobahn-/Schnellstraßen-Navigationsassistenz unterstützt – der direkte Gegner ist BYDs God’s Eye C.

Im Innenraum ist das größte Verkaufsargument das FlymeAuto Infotainmentsystem, das bei Intelligenz, Bedienfreundlichkeit und Nutzererlebnis BYDs DiLink100 übertrifft und zu den starken Wettbewerbsvorteilen dieses Fahrzeugs zählt.

Bei den Materialien im Innenraum legt man Wert auf Gesundheit: wasserbasierte umweltfreundliche Materialien, ein antibakterielles Lenkrad und ein PM2,5-Klimaanlagenfilter. Auch die Verarbeitung ist fein und in dieser Klasse führend.

Nur der Fondraum ist nicht optimal gelöst: Die Beinfreiheit ist relativ knapp, und die Rückenlehne ist verhältnismäßig steil – für den Familiengebrauch nicht gerade ideal.

Insgesamt betrachtet ist der Starshine 6 für preissensible Kunden bei der Qualitätsanmutung relativ herausragend, und Infotainmentsystem sowie Antrieb sind ebenfalls attraktive Verkaufsargumente. Doch die Detailabstimmung ist nicht ausreichend optimiert, es gibt noch gewisse Probleme. Er vermittelt den Eindruck einer „Verbrenner-zu-Elektro“-Version des neuen Emgrand, und der Innenraum ist noch nicht gut genug nutzbar.

Wenn er dem Qin PLUS Marktanteile abjagen will, muss dieses Auto beim Endpreis noch weiter nachlegen. Und noch etwas: Wer die 60-km-Version kaufen möchte, sollte vor Jahresende unbedingt schnell zugreifen – das Zeitfenster für die Kaufsteuervergünstigung ist nicht mehr groß.